GameDesign studieren – zu Besuch bei der MD.H
Da ich mich zur Zeit nach Master-Studiengängen umgucke, die ich an meinen Medieninformatik-Bachelor nächstes Jahr anschließen könnte und da ich schon jetzt während des Bachelor-Studiums meinen persöhnlichen Schwerpunkt stark auf die Spieleprogrammierung lege, kam die Gelegenheit, die Mediadesign- Hochschule (MD.H) hier in Düsseldorf zu besuchen, gerade recht.
Denn die MD.H bietet als private Hochschule den Studiengang “GameDesign” an. Seit einigen Jahren schon kann man dort in kleinen Semestergrößen (die MD.H vergibt pro Semester nur rund 24 Plätze) die handwerklichen, kreativen, aber auch wirtschaftlichen Kenntnisse erwerben, die man braucht um Spiele zu programmieren, zu designen und zu planen. Ab dem kommenden Wintersemester bietet die MD.H nun auch einen Masterstudiengang “GameDesign” an. Dazu lud die MD.H gestern zu einem Infoabend, um die Schule besichtigen zu können und über Inhalte dieses neuen Studiengangs informiert zu werden. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bin zusammen mit einem Kommolitonen zum großen Glaspalast der MD.H in Düsseldorf “gereist” um zwei informative Stunden an dieser ausergewöhnliche Hochschule zu genießen.

Es kam jedoch etwas anders als erwartet, denn wir waren die EINZIGEN Besucher an diesem Abend. Umso detaillierter konnten wir uns die “Location” angucken. Die Studenten an der MD.H genießen viel Luxus an der Schule: die neuesten Dell- XPS-Rechner, Spielekonsolen, Wandgemälde, etc. etc. Natürlich habe ich gleich mein iPhone meine Kamera rausgeholt und ein paar Schnappschüsse gemacht – die der Wolke natürlich auch nicht vorenthalten bleiben sollen: Der Fachbereich GameDesign besteht aus einem zentralen Gang (den sieht man links), von dem aus die Studenten in alle möglichen Räume gelangen. Sowohl die zahlreichen spiele- PC-Räume, als auch die Vorlesungssääle schließen an diesen Flur an. Auch die Studienberatung hat hier ihre Büros. An den Wänden gibts zahlreiche Wandgemälde von Studierenden von bekannten Games.
Die Infoveranstaltung an sich folgte, nachdem man uns für einige Minuten in eine art “Lounge” zum Warten geschickt hatte. Diese Lounge ist eingerichtet wie ein Wohnzimmer: Xbox, AppleTV, Zeitschriften und einige der gemütlichsten Sofas, die ich bisher genießen durfte.
Nun wurde uns von der zuständigen Professorin der Studiengang näher gebracht. Es Folgte eine relativ langatmige Powerpoint-Präsentation, in der jede nur erdenkliche Qualifikation eines GameDesigners aufgelistet wurde. Das ging von Programmier-Disziplinen wie “Künstliche Intelligenz” oder “Engine-Programmierung” über BWL- und IT-Recht -Kurse, über Sound-Design bis hin zu Vorlesungen über antikes Waffendesign. Mir kam es dabei so vor, als ob die werte Professorin (bzw. vielmehr die, die für den Inhalt des Masterstudiengangs veranwortlich sind) einfach ohne viel nachzudenken in brainstorminghafter Weise alle möglichen Aspekte und Fähigkeiten aufgelistet hätten, die man ihrer Meinung nach in einer Spielefirma benötigt.
Das mag ja auch alles stimmen: sicher benötigt eine Spielefirma Programmier- Kenntnisse. Sicher muss sie solide Kenntnisse zur Vermarktung ihrer Games machen. Und natürlich ist für Fantasy-Games antikes Waffendesign sehr nützlich…. ABER: eine FIRMA besteht aus mehreren Leuten. Und zwar Mitarbeitern aus jeweils unterschiedlichen Spezialgebieten. Da gibt es BWL-fritzen die sich innovative Vermaktungskonzepte aus den Fingern saugen, Programmier, Designer, Künstler, und bei größeren Firmen sicher auch eine Rechtsabteilung. Aber NIE ist es erforderlich, alle möglichen Disziplinen in einem Mitarbeiter zu vereinen. Sicher benötigt man als GameDesigner GRUNDLAGEN in vielen dieser Gebiete. Aber sowas gehört erstens in den Bachelor und nicht in einen spezialisierenden Master-Studiengang und sollte zweitens in seinem Umfang auf das Wesentliche reduziert sein und kein Rundumschlag zwischen allen Themen der Spieleentwicklung.
Dabei wäre es sinnvoller, den Masterstudiengang in EINE Richtung zu lenken. So könnte der GameDesign Bachelor z.b. zum Programmierer oder 3D-Artist ausbilden (diese Wahlmöglichkeit existiert im bestehenden Bachelor bereits). Ein darauf aufbauender Masterstudiengang könnte zum Job eines Chefs dieser Programmierer/3D-Artists führen und in seinem Inhalt dann genau DARAUF ausgelegt sein. Als “Producer” wird so eine leitende Position in der Industrie betitelt.
Der Grundtenor war deutlich: Die MD.H befindet sich (so hat es die Professorin auch immer wieder eingeräumt) noch im Aufbau des Studiengangs. Viele Kurse sind (gottseidank) noch nicht final im Lehrplan vorgesehen. Die Zukunft (d.h. die ersten Studenten) wird zeigen, wie wertvoll und empfehlenswert der Studiengang tatsächlich wird. Glücklicherweise sind die Menschen an der MD.H recht offen und haben sogar von sich aus vorgeschlagen, die angehenden Master nach Beginn des Studiengangs im Herbst zu besuchen und an Kursen probehaft mitzumachen. Diese Offenheit finde ich super und gedenke das Angebot auch warzunehemen. Denn bevor man insgesamt 16.000 € für die 4 Semester des Masterstudiengangs investiert sollte man sich GENAU überlegen, was dieser neue Studiengang taugt.
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- Veröffentlicht:
- 3. August 2009 / 14:40
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